Feuersalamander im Klingenbachtal

| Projektförderung

Viele Sponsoren, Städte, Märkte und Gemeinden, Verbände und Vereine sowie Grundbesitzer und Privatleute arbeiten bei der Entwicklung der Naturpark-Vorbildlandschaft Nördlicher 0berpfälzer Wald Hand in Hand. Jährlich werden Hunderttausende Euro investiert, um Perlen der Natur durch Landschaftspflege zu erhalten oder neue Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Der Naturpark ist seit 1992 auch Träger von Landschaftspflegemaßnahmen und ersetzt damit im Bereich des Landkreises Neustadt a. d. Waldnaab und der kreisfreien Stadt Weiden i. d. 0Pf. einen Landschaftspflegeverband. Hunderte von Einzelmaßnahmen werden unter diesem Dach koordiniert.

Viele Maßnahmen müssen bei der Naturparkarbeit von Hand erledigt werden, um seltene Tier und Pflanzen nicht zu gefährden.
Bei der Finanzierung sind immer mehr Ideenreichtum und Idealismus gefragt. Neben den Fördertöpfen des Freistaates Bayern und der Europäischen Union ist der Naturpark zunehmend auf andere Geldgeber angewiesen. Auch die Wirtschaft wird hier künftig gefordert sein, sich durch Natur-Sponsoring zum Nördlichen Oberpfälzer Wald zu bekennen, ist eine intakte Natur- und Erholungslandschaft mittlerweile doch auch als „sanfter Standortfaktor” für Betriebsansiedlungen sowie das Engagement von Führungskräften wichtig.

Beispielgebend für viele Partner sei hier der Silberne Bruch angeführt, der teils unbemerkt von der Öffentlichkeit, seit vielen Jahren die Naturparkarbeit in vorbildlicher Weise unterstützt. Der Silberne Bruch ist ein weltlicher Orden, der 1955 zum Schutz von Wald, Wild und Flur und zur Förderung von weidgerechtemJagen in Donauwörth gegründet worden ist.
Ausschlaggebend für diese Initiative war die Erkenntnis und gemeinsame Sorge von Jägern und anderen an der Natur interessierten und in der Natur engagierten Leuten, dass eigennütziges Wachstumsstreben, falsch angelegte Kosten-Nutzen-Rechnungen und zweifelhafter Fortschrittsglaube eine zunehmende Gefährdung und Zerstörung von Natur und Umwelt und damit der eigenen Lebensgrundlagen befürchten lassen.

So ist der Silberne Bruch, der sich selbstloses Handeln, ein offenes Wort und beispielhafte Taten in den Ordensregeln auf die Fahnen geschrieben hat, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den anderen deutschsprachigen europäischen Ländern sowie in Frankreich tätig. Das 0rdenszeichen zeigt einen silbernen Zweig, in der Jägersprache Bruch genannt, mit einem goldenen Ring in der Mitte. Der Zweig steht für das Eintreten für alles Lebendige, der Ring weist auf den ordensbrüderlichen Zusammenhalt hin.

Seit 1968 hat der weltliche Orden auf Schloss Landshut in Utzendorf im Schweizer Kanton Bern seinen Sitz (dort ist übrigens auch ein sehenswertes Museum für Wild und Jagd untergebracht).

Der Ordenskonvent bildet das wichtigste Beschlussorgan im sogenannten Organigramm, bestehend aus Landesgruppen und Bereichen, dem ein Ordensoberst vorsteht (Infos unter www.silberner-bruch.eu).

Im Nördlichen Oberpfälzer Wald hat er über die ordenseigene Stiftung „Wald, Wild und Flur in Europa” der Landesgruppe Deutschland etliche Maßnahmen mit auf den Weg gebracht, darunter eine Besucherlenkung im Haidenaabtal bei Mantel zum Schutz eines wertvollen FFH-Bruchwaldes, den Schutz des Feuersalamanders im Klingenbachtal bei Kohlberg, Rebhuhnprojekte in Kastl und Tännesberg sowie die Förderung der Biodiversität durch Erhalt der Strukturvielfalt im gesamten Naturpark.

Das bekannteste und Aufsehen erregendste Projekt aber war die Renaturierung des Teufelsmoores im 0sten der Haidenaabaue bei Schwarzenbach, auch weil Moore wegen ihrer speziellen Vegetation und der vielen seltenen Tier- und Pflanzenspezialisten bei der Naturparkarbeit einen besonderen Stellenwert einnehmen. Ihr Beitrag zur Biodiversität wird als immer wichtiger angesehen. Durch die enormen Wasserspeicher-Fähigkeiten und das Einlagern von Kohlendioxyd können Moore dem Treibhauseffekt entgegenwirken und vor Hochwasserkatastrophen schützen.

Ohne den Bereich Ost der Landesgruppe Deutschland des Silbernen Bruches wäre es trotzdem nicht möglich gewesen, diese Maßnahme bei Schwarzenbach umzusetzen, Kiefern und Birken wurden in einer spektakulären Aktion aus dem einstigen Torfstich entfernt und mit einer Kranwinde ganz langsam und behutsam über die Moospolster an den Rand des wertvollen Biotops gehoben.

Die Arbeiter gingen mit Schneeschuhen an die Arbeit, um wirklich nahezu keine Schäden an den seltenen Pflanzen, wie Rosmarinheide, Rauschbeere, Scheidiges Wollgras, Rundblättriger und Mittlerer Sonnentau, Weiße Schnabelsegge und Sprossendem Bärlapp anzurichten.

Unerwartet schnell stellten sich danach die ersten Erfolge ein. Mit dem Hochmoorperlmuttfalter und der Arktischen Smaragdlibelle entdeckten die Mitarbeiter des Naturparks einige Zeit danach sogar wieder zwei stark gefährdete beziehungsweise vom Aussterben bedrohte Schmetterlings-und Libellenarten. Auch Hochmoorgelbling (seine Raupen sind auf Rauschbeeren angewiesen) und die Kreuzotter, die einzige Giftschlange des Naturparks, sind wieder an ihren einst angestammten Lebensraum zurückgekehrt. Das Teufelsmoor bei Schwarzenbach ist dank des Silbernen Bruches heute ein landesweit bedeutender Lebensraum für seltene Tier-und Pflanzenarten. Eine Tatsache, von der sich die Ordensbrüder des Silbernen Bruchs bei ihrem Hubertuskonvent im Oktober 2010 in Weiden i. d.OPf. selbst überzeugten.

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