Wiederansiedlung des Habichtskauzes in den Nordbayerischen Wäldern durch den Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VALB)

| Projektförderung |

Noch im 19. Jahrhundert brütete der Habichtskauz (Strix uralensis) im Bayerischen-, Böhmer- und Oberpfälzerwald. Vorkommen in Deutschland sind aktuell nur aus dem Bayerischen Wald bekannt.

Der Habichtskauz ist mit einer Größe von rund 60 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 125 cm der größte Kauz Mitteleuropas. Er bevorzugt Mischwälder mit Buchen, durchsetzt mit freien Flächen (Waldwiesen, Kahlflächen, Sturmwurfflächen), um besser nach seiner Hauptbeute, den Mäusen, suchen zu können. Der Habichtskauz brütet in Baumhöhlen, auf abgebrochenen höheren Baumstümpfen, aber auch in verlassenen Greifvogelhorsten.

Hauptziel des Projektes ist, eine kleine lebensfähige Habichtskauz-Population zu etablieren. Diese soll sich langfristig in den Wäldern Nordostbayerns ausbreiten und mit der bisher isolierten Population des bayerisch-böhmischen Waldes im Südosten vernetzen. Die Wiederansiedlung durch den VLAB begann im Sommer 2017 mit der ersten Auswilderung von sechs Jungtieren im Naturpark Steinwald in der Oberpfalz. Bis 2021 erhielt der Verein aus Zoos und Wildparks insgesamt 43 junge Habichtskäuze zur Wiederansiedlung. Diese gewöhnt man in Volieren rund vier Wochen lang ein, bevor sie auswildert werden.

Zur Verbesserung der für den Habichtskauz typischen Strukturelemente werden mit Kooperationspartnern offene Flächen im Wald, Kleingewässer sowie starkes stehendes Totholz und Hochstümpfe neu geschaffen oder vorhandene Strukturen verbessert.

In einem Umkreis von rund 50 Kilometern wurden bisher rund 200 Brutkästen an geeigneten Standorten im Wald installiert. Die künstlichen Nisthilfen ergänzen dabei die bereits vorhandenen natürlichen Brutmöglichkeiten und beschleunigen die Wiederansiedlung. Die Stiftung unterstützte Sachkosten für die Instandhaltung und Neubeschaffung von Nisthilfen.

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Informationen zum Projekt

Empfänger:

Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VALB)
Zu deren Webseite

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