Stiftungspreis 2014 und Antaiosmedaille

| Preisverleihung

Auf der Jahresversammlung (Konvent) des Stifters „Landesgruppe Deutschland im Orden der Silberne Bruch“ am 10. Mai 2014 im Jagdschloss Springe/ Niedersachsen wurde der Verein Hirschmann als 17. Preisträger mit der Antaiosmedaille und einem Preisgeld von 5000 € durch den Vorstand der Stiftung ausgezeichnet.

Der seit über 120 Jahren bestehende privatrechtliche spezielle Jagdhundezuchtverein „Verein Hirschmann e. V.“ erhielt die Auszeichnung für seine Verdienste um den Erhalt und die Weiterentwicklung der Rasse des Hannoverschen Schweißhundes (Deutscher Schweißhund). Seine Förderung der gerechten Führung dieser Rasse dient weid- und tierschutzgerechtem Jagen.

Der Preis wurde vom Vorstandsmitglied des Vereins, Herrn Gunter Voss, 30966 Hemmingen entgegen genommen. Er bedankte sich für die materielle Förderung, besonders aber ausdrücklich für die Würdigung der ideellen Arbeit der Vereinsmitglieder als Beitrag zu weidgerechtem Jagen.

Die Führung von Leithunden war wichtige Aufgabe der Jäger bei Hofe. Der Hannoversche Jägerhof entwickelte im 18. und 19. Jahrhundert den Hannoverschen Schweißhund aus alten Formen des Leithundes und der Keltenbracke fast unverändert weiter. Dabei wurde eine besondere Führungsmethode geschaffen, die sich teilweise bis heute für den Nachsuchenhund bewährt hat (Jägerhofmethode).

Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen benötigte man einen Hund zur Nachsuche auf angeschweißtes Hochwild. So wurde aus dem Leithund im praktischen Jagdbetrieb der Schweißhund. Hannoversche Schweißhunde sind seitdem die großen Spezialisten auf der Wundfährte von Rot-, Dam-, Schwarz-, Muffel- und Sikawild.

Mit der Gründung von Jagdzuchtvereinen in Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde begonnen ein deutsches Hundestammbuch zu führen. Als 1894 die Rassekennzeichen für den bayrischen Gebirgsschweißhund eingeführt wurden, beschloss ein Kreis von Forstleuten aus dem Harz und Solling ein gleiches für die Schweißhunde zu realisieren, die nach der Auflösung 1866 des Hannoverschen Jägerlehrhof in der preußischen Forstverwaltung und privat weitergeführt wurde. Zu diesem Zweck wurde am 17. Juni 1894 in Erfurt der Verein Hirschmann e.V. gegründet, der der Rasse 1885 offiziell den Namen „Hannoverscher Schweißhund“ (Deutscher Schweißhund) gab. Ziel war es, die Hunderasse nach alter Tradition durch Standard in Reinzucht zu bringen und die Ausbildung der Führer und Hunde fortzuentwickeln.

Der Verein hat sich im Laufe der Jahre zum Spezialzuchtverein entwickelt und verfolgt folgenden Satzungszweck nach § 2:

„Der Verein hat die Aufgabe, die Rasse Hannoverscher Schweißhund als einmaliges und altes jagdliches Kulturgut der weidgerechten Jagd zu erhalten und durch den Einsatz leistungsfähiger Hunde dem Tierschutz und der Jagd zu dienen. Der Einsatz leistungsstarker Hannoverscher Schweißhunde hat das Ziel, krankes Wild rasch von Qualen zu erlösen. Damit dient der Verein der Waidgerechtigkeit und dem Tierschutz.“

„Seine Ziele erreicht der Verein durch:

  • die Reinzucht des Hannoverschen Schweißhundes und die Führung eines Zuchtbuches nach einer besonderen Zuchtordnung; dabei sind Gesundheit, Leistung und Form tragende Elemente der Zucht,
  • die Abhaltung von Prüfungen,
  • die Festsetzung der Richtlinien für die Ausbildung und Ernennung der Formwertrichter (Zuchtrichter) und der Leistungsrichter,
  • das Führen eines eigenen Zuchtbuches,
  • eine ziel- und aufgabenorientierte Welpenvergabe,
  • die Aus- und Weiterbildung der Schweißhundeführer,
  • die Pflege der Jagdkultur und des jagdlichen Brauchtums, sowie durch die
  • Förderung wissenschaftlicher Arbeiten im Zusammenhang mit dem Hannoverschen Schweißhund.“

Der Hannoversche Schweißhund (Deutscher Schweißhund) ist ein durch straffe Leistungszucht und besondere Führungsmethodik für die Verwendung auf Hochwild spezialisierter Jagdhund, dessen Aufgabengebiet die Nachsuche von durch Jagdbetrieb oder Straßenverkehr verletztem Wild umfasst.

Die Zucht erfolgt mit einer jährlichen Wurfplanung, die auf die Bedürfnisse der Praxis und den tatsächlichen Bedarf abgestimmt sind. Die Welpen werden grundsätzlich nur in optimale Einsatzbereiche (Hochwildreviere, Führung und Haltung) abgegeben werden. Die Selbstbeschränkungen garantieren einen hohen Leistungsstand der Rasse und ihre Individuen.

Die erfolgreiche Führung eines solchen Spezialisten, wie es der Hannoversche Schweißhund ist, erfordert von Führer und Hund Veranlagung, harte Arbeit, Geduld, Passion und Gründlichkeit. Das über Jahrhunderte kontinuierlich aufgebaute Leistungsniveau des Hannoverschen Schweißhundes wird auf Prüfungen nachgewiesen werden. Geprüft werden nur zugelassene Hannoversche Schweißhunde.

Es werden unterschieden:

Schweißhundeprüfung/Vorprüfung (SHP/VP)

Dabei wird besonders die Eignung des Hundes für den Jagdbetrieb nachgewiesen. Darüber hinaus werden die Veranlagung des Junghundes und der Erbwert seiner Eltern festgestellt. Im Mittelpunkt der Schweißhundeprüfung (VP) steht die Arbeit auf kalter, gesunder Hochwildfährte, die für die praktische Eignung des Hannoverschen Schweißhundes von großer Bedeutung ist (Jägerhofmethode).

Hauptprüfung (HP)

Dabei werden die Leistungsfähigkeit von Hund und Führer geprüft. Dazu gehören die Riemenarbeit, die Hetz- und Lautfreudigkeit und die Art des Stellens, die Wesensfestigkeit, die Arbeitsfreude des Hundes sowie die Zusammenarbeit zwischen Führer und Hund.

Die Hauptprüfungen werden abwechselnd in allen Bundesländern zusammen mit der Hauptversammlung des Vereins durchgeführt. Sie sind zugleich beispielgebende Veranstaltungen für weidgerechte Nachsuchenarbeit.

Formbewertung (FB).

Beurteilt wird in erster Linie die Leistungsform. Typ und Gebäude des Hannoverschen Schweißhundes, in den Rassekennzeichen (Standard) erläutert, sollen der geforderten Leistungsfähigkeit weitgehend entsprechen.

Derzeit sind etwa 500 Hunde im Zuchtbuch eingetragen, von denen etwa 420 aktiv geführt werden. Für das Jagdjahr 2012/13: Etwa ein Drittel der Nachsucheneinsätze galt dem Schwarzwild. Mehr als die Hälfte der Nachsuchen waren erfolgreich. Im Durchschnitt war jeder aktiv geführte Hund an mehr als 35 Nachsuchen beteiligt. Die Masse der Einsätze fielen in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen an.

Der privatrechtliche Vereinist für die Deckung seiner Aufgaben im Wesentlichen auf die Mitgliedsbeiträge und Einkünfte aus den Gebühren für das Zuchtwesen angewiesen. In sehr geringem Umfang erhält er Spenden von Förderern. Er ist selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Ziele im Sinne steuerrechtlicher Vorschriften. Zuwendungen von Seiten der verfassten Jägerschaft oder staatlicher Stellen erhält er in der Regel nicht. Die Leitung und Geschäftsführung und die Vereinsarbeit wird ehrenamtlich getragen. Für Härtefälle aus den Gefahren der Schweißarbeit hat der Verein eine Rücklage, den sogenannten Hennigesfond, gebildet.

Der Verein erwarb und erwirbt sich seine Verdienste in allen Bundesländern Deutschlands und im europäischen Ausland, auch als Gründungsmitglied des Internationalen Schweißhundeverbandes (ISHV)

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Stiftungspreis 2014 und Antaiosmedaille
Stiftungspreis 2014 und Antaiosmedaille

Empfänger:

Verein Hirschmann e.V.
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