Projektförderung Schwarzwildübungsgatter für Jagdgebrauchshunde bei Aufseß

Nun auch in Bayern: Jagdhunde können unter kontrollierten Bedingungen an die Unterstützung bei der Jagd auf Schwarzwild gewöhnt werden. Im März 2015 richtete 30 km westlich von Bayreuth der Jägerverein Bayreuth e. V. durch seine gemeinnützige Tochtergesellschaft Schwarzwildübungsgatter für Jagdhunde Aufseß U.G. ein Schwarzwildübungsgatter bei Aufseß ein. Es ist das Modell für weitere Einrichtungen in Bayern und stützt sich besonders auf Erfahrungen in Thüringen. Die Stiftung förderte mit 1000 € die laufenden Kosten zum Unterhalt des Übungsgatters aus Anlass der Landeskonvents des Stifters in Bamberg. Damit ist ausdrücklich eine besondere Anerkennung für die Initiative zum Aufbau der ersten Einrichtung dieser Art in Bayern verbunden.

Nicht nur in Bayern nehmen die Schwarzwildbestände stark zu. Die Ursachen sind vielfältig: Hohe Reproduktionsraten dieser Wildart, verbesserte Äsung, wiederholte Mast von Eiche und Buche sowie vermehrte Deckung für des Wild durch den Waldumbau, Maismonokulturen, verstärkter Getreideanbau,. Die Öffentlichkeit und die Landwirtschaft fordern zu Recht eine verstärkte Bejagung zur Begrenzung der Wildschäden und Eingrenzung von Seuchenzügen (Schweinepest).

Mit dem Einzelansitz ist ein Absenken der Bestände auf der Jagd nicht zu erreichen. Durchgreifender sind Bewegungs- und Drückjagden mit Hilfe von Jagdhunden. Die Hunde machen das Wild locker, sodass es für die Schützen sichtbar wird.

So wie Jäger sich auf dem Schießstand vorbereiten, müssen Jagdhunde ihre Eignung zur Schwarzwildjagd nachweisen und gefördert bekommen.

Im Schwarzwildübungsgatter Aufseß ist auf einer knapp vier Hektar großen Waldfläche eines Eigenjagdreviers mittels eines beplankten Doppelzauns ein Gatter für einen Keiler und vier Sauen eingerichtet worden. Sie werden von fünf Gattermeistern fachkundig betreut, die auch die Hundearbeit leiten. Im abgeteilten Arbeitsgatter werden junge Jagdhunde schrittweise an die Begegnung mit Schwarzwild gewöhnt. Dabei sollen sie lernen selbstständig zu arbeiten, ohne sich zu gefährden. Sie müssen Respekt erlernen, dass das wehrhafte Wild ihnen gefährlich werden kann. Laut Statistik werden drei Viertel der Verletzungen den Jagdhunden bei der Saujagd zugefügt.

Tierschutz und Weidgerechtigkeit sind dabei nicht außer Acht zu lassen. Wildschweine und Hunde sollen im Gatter nicht zu Schaden kommen. So wird jeweils nur ein Hund im Gatter stufenweise an das Wild gewöhnt. Zeigt er unkontrollierbare Aggressivität und Selbstgefährdung wird die Arbeit abgebrochen.

Leistungsprüfungen werden nicht durchgeführt. Den Sauen wird eine angemessene Ruhezeit eingeräumt. Sie sind den Hunden in jeder Hinsicht überlegen und leben in einen angemessenen Sozialverband. Die Hundearbeit in Schwarzwildgattern ist bei den vorliegenden Rahmenbedingungen nach Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover als tierschutzgerecht anzusehen.

Die Hundeführer – nicht nur aus Bayern – nehmen diese Ausbildung intensiv an. Im September 2016 konnte der 1000ste Hund ausgebildet werden.